Viele bekannte Schauspieler wurden in Hamburg geboren und sind dort aufgewachsen. Einer von ihnen ist Jan Fedder, der sowohl ein talentierter Musiker als auch Schauspieler war. Er spielte oft norddeutsche Charaktere, die von den Zuschauern besonders geschätzt wurden. Sein gesamtes Leben verbrachte er mit seiner Frau in der Hafenstadt, wo er nach seinem Tod mit einem Gedenkstein im Stadtteil St. Pauli verewigt wurde. Mehr dazu auf hamburgski.eu.
Der Weg zur Karriere
Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 in Hamburg geboren. Seine Familie bestand aus Seefahrern, und er wuchs in St. Pauli auf. Sein Vater war Wirt einer Kneipe, seine Mutter Tänzerin. Die Gaststätte seiner Eltern, „Zur Überseebrücke“, lag in unmittelbarer Nähe des Hamburger Hafens.

Mit sieben Jahren begann der Junge, als Sopran im Michel-Chor zu singen. Mit zehn Jahren nahm er Ballettunterricht, danach Schauspielunterricht, und bereits mit 13 Jahren stand er auf der Bühne Hamburgs im Ernst-Deutsch-Theater. In dieser Zeit spielte er auch vor der Kamera in der Fernsehserie „Reisedienst Schwalbe“. Anschließend spielte er 19 Jahre lang im Kinder- und Jugendtheater „Klecks“ in Hamburg sowie im „Ernst-Deutsch-Theater“ in Stücken von Goethe und Shakespeare.
Nach seinem Schulabschluss machte er eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, arbeitete jedoch nie in diesem Beruf. Stattdessen spielte er weiterhin Theater, unter anderem auf der Württembergischen Landesbühne. Gelegentlich trat er auch im Fernsehen auf, was dazu führte, dass er 1981 als Pilgrim in Wolfgang Petersens bekanntem Film „Das Boot“ mitspielte. Danach folgten Rollen in „Superstau“ und verschiedenen Krimiserien, darunter „Tatort“.
Schauspielkarriere
1992 begann Jan Fedder seine Karriere als Neuling in der Serie „Großstadtrevier“, in der er die Rolle des Dirk Matthies erhielt. Diese Kultserie über einen Streifenpolizisten machte ihn in ganz Deutschland bekannt. Seine Hauptfigur kümmerte sich um die Bürger der Stadt, und die Rolle war perfekt auf Jan Fedder zugeschnitten – ein rauer Ton und eine resolute Art. Erfolgreich war auch seine Darstellung des Bauern Kurt Brakelmann in „Neues aus Büttenwarder“. Die erste Episode war so erfolgreich, dass daraus eine Serie entstand.
Jan Fedder spielte in etwa 250 Filmen mit. In den ersten Jahren seiner Karriere konnte er seine Rollen nicht immer frei wählen. Später entschied er sich jedoch bewusst für die Hauptrolle in Siegfried Lenz‘ Romanverfilmung „Der Mann im Strom“. In dem Film spielte er einen Taucher, der seine Dokumente fälscht, um Arbeit zu finden. Für diese Rolle erhielt er 2006 den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler.
In den folgenden Jahren wirkte er in den Filmen „Der Leuchtturm“ und „Der Aufstand“ mit, die auf Geschichten von Siegfried Lenz basieren. Diese Filme wurden von Publikum und Kritikern geschätzt, und Jan Fedder erhielt hohe Anerkennung für seine Arbeit.
Interessante Momente im Leben des Schauspielers
Jan Fedder ernährte sich sein Leben lang vegetarisch. Zudem war er leidenschaftlicher Sammler von Oldtimern. Auf seinem eigenen Bauernhof richtete er ein privates Museum ein, in dem er seine Schätze – Motorräder, Autos und Antiquitäten – aufbewahrte. In seiner Freizeit restaurierte er die Motoren seiner Sammlerstücke. Er war auch Musiker und Sänger der Rockband „Big Balls“. Im Jahr 2000 heiratete er.
2012 wurde bei ihm eine Krebsvorstufe im Mundraum diagnostiziert. Er gab das Rauchen auf und unterzog sich einer Behandlung, konnte jedoch ein Jahr lang nicht in Filmen mitwirken. 2016 erlitt er mehrere Knochenbrüche durch einen Sturz. 2019 gab er in einem Interview bekannt, dass er ein Jahr auf eine Operation gewartet hatte, um einen Tumor im Mundraum entfernen zu lassen. Im selben Jahr erklärte er, dass er auf einen Rollstuhl angewiesen sei.
Am 30. Dezember 2019 verstarb Jan Fedder in seiner Wohnung in Hamburg. Die Trauerfeier fand am 14. Januar 2020 in der Hauptkirche St. Michaelis statt, wo er getauft wurde, im Chor gesungen und sich verlobt hatte. Am 3. Januar 2022 wurde die Promenade im Hamburger Hafen nach diesem bekannten Schauspieler benannt. Eine Gedenktafel auf der Reeperbahn erinnert ebenfalls an ihn. Seit 2022 versteigert die Witwe des Schauspielers nach und nach seine persönlichen Erinnerungsstücke.