Die Geschichte des Festivals „CDS“ in Hamburg

In Hamburg gibt es eine Vielzahl an Festivals – von Musikfestivals und Straßenfesten bis hin zu Open-Air-Konzerten und kulinarischen Veranstaltungen. Die Hansestadt hat für ihre Besucher viel zu bieten.

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Doch jedes Jahr gibt es in Hamburg ein ganz besonderes Festival – den Christopher Street Day (CDS), der zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und der Welt anzieht. Menschen versammeln sich auf dem zentralen Platz der Stadt und marschieren gemeinsam für Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt.

Historische Entwicklung

Der CDS hat eine lange Geschichte. Bereits 1980 gingen Transpersonen, Bisexuelle und Homosexuelle erstmals in großer Zahl auf die Straßen der Metropole, um für ihre Rechte zu kämpfen. Sie forderten Toleranz und Gleichberechtigung für alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.

Es war das erste Mal, dass Hamburger Schwule und Lesben mit konkreten Forderungen an die Öffentlichkeit traten. Sie protestierten gegen Paragraf 175, der Homosexualität unter Männern unter Strafe stellte. Damals waren die Straßen der Stadt noch nicht bunt geschmückt, doch rund 1.500 Menschen nahmen an dem Marsch teil, um ihre soziale Stellung zu verbessern.

Der Demonstrationszug führte durch das Viertel Schanzenviertel und wurde von der Polizei begleitet, die Fotos machte. Viele befürchteten, dass diese Bilder für sogenannte „Rosa Listen“ genutzt würden, in denen mutmaßliche Homosexuelle von den Behörden erfasst wurden.

Als Aktivisten von der Polizei die Herausgabe der Filmrollen forderten, kam es zu lautstarken Protesten. Die Beamten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, mehrere Demonstranten wurden verletzt. Die Medien berichteten über das gewaltsame Vorgehen der Polizei und stellten sich auf die Seite der Protestierenden. So wurde die erste Demonstration in Hamburg zwar von Unruhen begleitet, aber dennoch ein Erfolg.

1992 entschieden sich die Organisatoren, die Bewegung unter dem Namen Christopher Street Day neu zu starten. Die Veranstaltung wurde farbenfroher, doch weiterhin wurden gesellschaftliche Fragen kontrovers diskutiert – etwa, ob homosexuelle Lehrer an Schulen arbeiten dürfen.

Pride Week und das Straßenfest

Vor dem CDS findet in Hamburg die Pride Week statt. Während dieser Woche organisieren Initiativgruppen und gemeinnützige Vereine zahlreiche Veranstaltungen, darunter Ausstellungen, Stadtführungen und Partys. Restaurants, Clubs und Kultureinrichtungen bieten spezielle Programme an, darunter Seminare, Lesungen, Vorträge und Preisverleihungen.

Am Wochenende verwandeln sich die Straßen von Jungfernstieg bis Ballindamm in ein buntes Meer aus Menschen. Der Demonstrationszug durch die Stadt steht für Lebensfreude und Vielfalt. Jährlich reisen rund 250.000 Menschen aus ganz Europa an, um an diesem Event teilzunehmen.

Die Stadt wird dabei zu einem großen Festplatz mit kulinarischen Ständen, Musikbühnen mit DJs und Informationsständen verschiedener Organisationen.

Während der COVID-19-Pandemie konnte das Festival nicht in gewohnter Form stattfinden. Die Organisatoren wandelten die Demonstration stattdessen in eine große Fahrradparade durch Hamburg um, an der mehrere Tausend Menschen teilnahmen. Die Route führte durch mehrere Stadtviertel, darunter St. Pauli und Altona.

Auch 2021 fand der CDS erneut als Fahrradparade statt, doch ab 2022 wurde er wieder in größerem und vielseitigerem Rahmen gefeiert.

Warum „Pride“?

Der Begriff Pride steht für sexuelle Identität, Vielfalt in Beziehungen, Offenheit und das Eintreten für die eigenen Rechte. Um verschiedene sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten zu beschreiben, wird oft die Abkürzung LGBTQIA+ verwendet, die für folgende englische Begriffe steht:

  • Lesbian (Lesbisch)
  • Gay (Schwul)
  • Bisexual (Bisexuell)
  • Transgender (Transgeschlechtlich)
  • Queer
  • Intersex (Intergeschlechtlich)
  • Asexual (Asexuell)

Alle Identitäten, die unter diesen Begriff fallen, erleben häufig Diskriminierung, da sie von traditionellen Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität abweichen. Das „+“ steht für weitere Identitäten und Orientierungen, die gesellschaftlich oft nicht verstanden oder akzeptiert werden. Solche Communities helfen Menschen dabei, Gleichgesinnte zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen.

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